Musik kann Stress reduzieren, Emotionen öffnen und Menschen wieder in Kontakt bringen – selbst dann, wenn Sprache an ihre Grenzen stößt. Im Marienhof Wiener Neustadt wurde das bei einem interaktiven Musikworkshop eindrucksvoll sichtbar.
Einblick in den Musikworkshop
Warum Musik bei Demenz wirken kann
Demenz verändert Gedächtnis, Orientierung und Sprache. Musikalische Erinnerungen bleiben jedoch oft länger zugänglich. Musik kann dadurch zu einer Brücke werden – zwischen Emotion, Erinnerung und zwischenmenschlichem Kontakt.
- Reduktion von Stress und innerer Unruhe
- Aktivierung von Erinnerungen
- Erleichterung der Kommunikation
- Stärkung von Gemeinschaft und Teilhabe
So wurde der Workshop im Marienhof umgesetzt
Musikerinnen des Tonkünstler-Orchesters Niederösterreich gestalteten einen interaktiven Workshop direkt im Alltag der Wohngemeinschaft. Im Mittelpunkt stand nicht das Konzertformat, sondern Begegnung und Mitmachen. Klänge lösten Reaktionen aus, bekannte Melodien wurden mit gesummt, Gespräche entstanden ganz selbstverständlich.
Strukturierte Vorbereitung statt Improvisation
Damit musikalische Aktivierung bei Menschen mit Demenz professionell gelingt, braucht es Know-how. Die beteiligten Musikerinnen bereiteten sich gezielt vor und absolvierten gemeinsam mit dem Marienhof eine entsprechende Weiterbildung. Das Workshop-Konzept wurde über einen längeren Zeitraum entwickelt und angepasst.
Das Normalitätsprinzip im Marienhof
Der Marienhof Wiener Neustadt versteht sich als Wohngemeinschaft. Bewohnerinnen und Bewohner können Wünsche äußern, mitdiskutieren und mitentscheiden. Der Musikworkshop war daher kein Zusatzprogramm, sondern Teil eines gemeinsam gestalteten Alltags.